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Bote der Urschweiz - Brunner Segler trotzten garstiger Nacht

Walter Rudin 30.08.2018

Brunner Segler trotzten garstiger Nacht

 

Am Wochenende gab es an der Windweek vor Brunnen an zwei Regattatagen schönen Wind für fünf Wettfahrten. Die Nachtregatta
«Windweek Challenge Night» entpuppte sich als echte Herausforderung, der die Segler des Regattavereins Brunnen aber gewachsen waren.

  
Bilder: Walter Rudin

Walter Rudin
Mit dem Schlechtwettereinbruch auf das Wochenende konnten die Organisatoren des Regattavereins Brunnen zum zweiten Teil der Windweek nicht mehr mit der geliebten Urnersee-Thermik rechnen. Am Starttag der J70-Klassenmeisterschaft und der Schweizer Meisterschaft der Ynglinge suchte man am letzten Freitag vergeblich nach Wind.
Erst am Samstagmittag setzte vor Flüelen konstanter Westwind ein, der drei Wettfahrten ermöglichte.
Am Sonntags gab es dann bei Bisenthermik nochmals zwei Läufe. Die Teilnehmer der «Windweek
Challenge Night» starteten zwar bei Dauerregen, fanden aber auf ihrem Weg durch den ganzen
Vierwaldstättersee überall etwas Wind. Die «Windweek Challenge Night» kam auf Initiative von Pascal Marty zustande. «An allen grossen Seen der Schweiz gibt es eine Nachtregatta, bei uns leider nicht mehr, seitdem die 50-Meilen-Trophy tagsüber stattfindet.
Wir haben jetzt im Rahmen der Windweek diesen Event lanciert und sind mit der ersten Ausgabe ganz zufrieden», meinte Marty.
Die Regatta für SRS-Klassen fand im Rahmen der Serie des Vierwaldstättersee Cups statt.

Sechs Boote des Regattavereins Brunnen waren dabei, als Samstagabend um 20 Uhr zwanzig Jachten bei Dauerregen und ungewohnt tiefen Temperaturen auf die Reise von Brunnen nach Stansstad und zurück geschickt wurden. Die Esse850 von Philippe Weber, der selbst zwar nicht an Bord war, aber mit Daniel Schroff einen ebenbürtigen Ersatzskipper stellte, kam mit diesen Bedingungen am besten zurecht.
«Es war schrecklich kalt und nass, damit schwierig, sich mental fit zu halten, um immer nach dem besten Wind Ausschau zu halten», meinte Mitsegler Oliver Ryner nach der Regatta. Nach sieben Stunden Fahrt kreuzte die Esse850 nachts um drei Uhr in Brunnen die Ziellinie, das reichte zum Sieg nach berechneter Zeit.
Auf dem dritten Platz landete Pascal Marty mit dem Nessi-Racing-Team. Trotz Regen und Kälte gab es während der ganzen Nacht etwas Wind, sodass auch die langsameren Jachten bereits am Morgen zurück waren.
Schnellste Kreuzerjacht nach berechneter Zeit war die 40-jährige Granada31-Jacht von Simon Spiller aus Stansstad.

Bei den beiden andern Segelevents waren keine RVB-Segler dabei. An der Klassenmeisterschaft (KM) der J70-Boote fehlten leider auch einige Topteams, da gleichzeitig der 4. Act der Swiss Sailing Super League, der Schweizer Clubmeisterschaft der Segler, auf demselben Bootstyp in Davos ausgetragen wurde. Da einige Spitzenclubs aber mehrere gleichwertige Teams haben, waren trotzdem Schweizer Spitzenakteure vor Ort, unter ihnen auch Club-Schweizer-Meister Julian Flessati mit einem Team vom Regattaclub Bodensee.
Dominiert wurde diese KM aber vom deutschen Team von Markus Wieser, der mit drei Laufsiegen am ersten Tag schon alles klarmachte. Im 24 Boote umfassenden Feld konnten Zentralschweizer Akteure nicht ganz vorne mitmischen.

Die Yngling-Klasse ist oft für grosse Regatten in Brunnen zu Gast. 2013 wurde sogar die Weltmeisterschaft ausgetragen, und just zum 50. Geburtstag des Bootes konnte hier wieder eine Yngling-Schweizer-Meisterschaft stattfinden. 17 Teams waren am Start, aber nur eine Crew aus der Zentralschweiz, nämlich Peter Müller aus Zug mit Roman Burkard und Andreas Eggimann. Dank konstanten Leistungen in allen Wettfahrten konnten sie am Schlusstag noch auf Platz drei vorstossen. Der 72-jährige Peter Müller hat mit dem Gewinn der Bronzemedaille gezeigt, dass er immer noch topfit ist und auf einem hohen Niveau segelt. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht, auch nicht mit der Yngling-Jacht. Ob das wohl damit zu tun hat, dass Yngling auf Deutsch «Jüngling» heisst?

 

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